former World Conference on Religion and Peace
vormals Weltkonferenz der Religionen für den Frieden
Nürnberger Forum
2006
Überblick
Peace Education Standing Commission c/o Prof. (em.) Dr. Johannes Lähnemann, Lehrstuhl Evangelische Religionspädagogik der Universität Erlangen-Nürnberg
Regensburger Str. 160
D-90478 Nürnberg

The Global Perspective

Aram, Kezevino: Sangamam: Inter-religious cooperation, innovation, learning and working for HIV/AIDS in India

Dieser  Beitrag hat einen doppelten Fokus:
 
•    den Blick auf die dynamischen Entwicklungen des modernen Indien und der Einflussmöglichkeiten der pluralen spirituellen Traditionen des Landes, besonders inspiriert von den Grundsätzen und der religiös-politischen Wirksamkeit Mahatma Gandhis;
•    das Beispiel der epidemischen Entwicklung von HIV/AIDS als einer globalen Herausforderung, die neben medizinischen auch ökonomische, bildungsmäßig-aufklärende und dazu spirituell-religiöse Anstrengungen und Kooperationen erforderlich macht.

Dass Religionsgemeinschaften nicht selten durch die verengte Sicht der Verbindung von AIDS und Unmoral und durch Tabuisierung eines offenen Diskurses über Sexualität frühe effektive Kampagnen behindert haben, ist ein problematisches Faktum, wie andererseits festzustellen ist, dass religiöse Mitwirkung und interreligiöse Zusammenarbeit in diesem Feld für die Bewusstseinsbildung, die Aufklärung und den Kampf gegen die Epidemie entscheidendes geleistet haben und leisten. Insbesondere WCRP/Religions for Peace hat sich z.B. im Programm für AIDS-Waisen in Afrika in großer Breite engagiert.

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Bajwa, Yahya H. et al.: "Making Visions come true" - Living Education, Peace Education and Social Projects

Prof. Lähnemann starts the website of the Commission work of PESC with the preamble of the UNESCO Constitution which states:

 "Since wars begin in the minds of men, it is in the minds of men that the defences of peace must be constructed.”

It is our duty to work for this aim. We have to struggle for a new world order, a new vision of a better world today - withequality for all. We have to do it today, not tomorrow – tomorrow it could be already too late!

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Bernardini, Adalberta / Bernardini, Armando:Italy: which dirction shall religious education take?

An historical Perspective:

In order to understand the present situation of religious education in Italy - and its future perspectives - it is necessary to make a very brief historical overview of religious education in the country.

-- Catholicism has been the state religion in Italy up to the mid-1980.

In fact Italian Law dating back to 1848 (Kingdom of Sardinia and Kingdom of Italy) and incorporated later into the Lateran Treaty (often referred to as Concordat) of 1929 stated in art. 1 “ Italy recognizes and reaffirms the principle established in the first article of the Italian Constitution dated March 4, 1848, according to which the Catholic Apostolic Roman Religion is the only state Religion”.

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Cabezudo, Alicia: Educating for ethical value and peace

Alicia Cabezudo erläutert und entfaltet – zusammen mit Magnus Haavelsrud - die Inter-dependenz von ethischer Erziehung, Werteerziehung und Friedenserziehung. Sie geht dabei von einem weiten, ganzheitlichen Friedensbegriff aus, der ein lebendiges, Kon-flikte gewaltlos lösendes, solidarisches, partnerschaftliches, Differenzen respektierendes und ökologisch bewusstes Zusammenleben beinhaltet. Was das für die erzieherischen Aufgaben bedeutet, wird systematisch entfaltet. Ziele und Inhalte sind dem ganzheitli-chen Ansatz verpflichtet: Sie werden für die kognitive Ebene, für die Verhaltensebene und die Ebene der Werte-Einstellungen so ausformuliert, dass deutlich gezeigt werden kann, wie hier verschiedene Lernorte – schulisch und außerschulisch – und die ver-schiedenen Akteure in den Lernprozessen – Lehrende und Lernende - auf wechselseiti-ge Ergänzung angewiesen sind, wie dabei aber auch an den institutionellen Rahmenbe-dingungen und den Konkretionen im einzelnen sorgfältig gearbeitet werden muss. Die dazu entwickelten Schaubilder verdeutlichen die Vielfalt der Interdependenzen, die dabei im Blick gehalten werden müssen.

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Giacaman, Fuad: Hope doesn't disappoint

Fuad Giacaman wählt bewusst das Paulus-Wort „Hoffnung lässt nicht zu Schanden werden“ (Römer 5,5), um ein Bildungsprogramm zu charakterisieren, dass auch angesichts einer äußerlich verzweifelten Situation langfristig zu Frieden und Versöhnung beitragen kann und soll.
Ausgehend von der Tatsache, dass es im Israel-Palästina-Konflikt immer wieder religiöse und politische Führer gibt, die religiöse Argumente für ihre einseitigen Ziele ausnutzen, und dass deshalb bei vielen, die sich um Frieden bemühen, die religiöse Perspektive bewusst vermieden (und dadurch Extremisten und Fundamentalisten überlassen) wird, bemüht sich das Projekt „Living in the Holy Land: Respecting Differences“ darum, authentisches Kennen und Verstehen der Religionen Judentum, Christentum und Islam in Schulen Israels wie Palästinas zu fördern.

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Kawamoto, Koichi: Educational program based on Buddhism for married women by Rissho Kosei-kai, Japan

In seinem Beitrag erläutert Koichi Kawamoto ein auf buddhistischer Grundlage entwickeltes Programm für Familienerziehung, das am Beispiel von Seminaren für verheiratete Frauen, wie sie die buddhistische Laienbewegung Russho Kosei Kai durchführt, exemplifiziert wird.
Die buddhistische Grundeinsicht des „Entstehens in Abhängigkeit“ leitet dazu an, sich bei innerfamiliären Problemen – besonders zwischen Eltern und Kindern – um ehrliche Ursachenerkundung zu bemühen. Es geht besonders darum, den jeweiligen „Eigenanteil“ an den Problemkonstellationen zu entdecken und mit Hilfe der Revision des eigenen Verhaltens eine erneuerte Konstellation in den Familienbeziehungen aufzubauen, durch die auf der Basis wechselseitiger Achtung und wechselseitigen Verstehens ein weniger spannungsvollen, im Ziel harmonisches Interagieren möglich wird. Wichtig ist dafür die Erörterung der Probleme in einer Gruppe, die mit den Betroffenen nachdenkt und bei der Findung von Lösungsmöglichkeiten unterstützt und mit trägt: sich dem Lernprozess
stellen, in der Gruppe den Problemfall zur Debatte stellen, gute und schlechte Beispiele analysieren, die Zielrichtung einer Problemlösung diskutieren, über Wege zur Umsetzung sprechen sind – das sind erprobte Schritte, um in der Familie - als der Keimzelle der Gesellschaft – ein positives Klima aufzubauen.

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Stolov, Yehuda: THE INTERFAITH ENCOUNTER APPROACH TO PEACE EDUCATION

Die Gesellschaft für Interreligiöser Begegnung – Interfaith Encounter Association – stellt ein ganz besonderes Projekt nachhaltiger Friedenserziehung dar. Sie geht davon aus, dass alle politischen Friedensabkommen eine Infrastruktur wechselseitiger Humanisierung brauchen, die eingeübt und gepflegt werden muss. Der Aufbau von Vertrauen in religiös gemischten Gruppen, die sich regelmäßig zur gemeinsamen Bearbeitung religiöser und ethischer Themen treffen, stellt ein solches, vor allem „selbterzieherisch“ wirksames Modell dar. Gegenüber immer wieder praktizierter Instrumentalisierung religiöser Vorstellungen zu eigennützigen politischen Zielen setzen die zur interreligiösen Begegnung gegründeten Gruppen auf die Verständigungs- und Versöhnungskraft, die religiösen Traditionen innewohnen. Der persönliche, engagierte Dialog, die Gelegenheit, auch problemgeladene Themen auf der Ebene der Begegnung unaggressiv zu erörtern, führt zu relevanten Einstellungsveränderungen auch bei Menschen, die sich traditionell auf gegnerischen Seiten befinden. Dabei wird besonders der existentielle Lebensbezug religiöser Überzeugungen erfahren. In Wochenendseminaren, aber auch an Tagesveranstaltungen – grundsätzlich in kleinen Gruppen – wird eine neue Sichtweise aufeinander eingeübt. Das geschieht in Israel selbst – in insgesamt 17 Gruppen -, aber auch zwischen Israelis und Palästinensern, in Zusammenarbeit mit weiteren Gruppen im Nahen Osten und schließlich weltweit. Auf all diesen Ebenen existieren lebendige Verbindungen.

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Willenswaard, Hans van: Inter-religious learning: Principles, Projects, Practice

Hans van Willenswaard zeigt, wie die Umwelterziehung und die Erziehung zu sozio-ökonomischer Entwicklung – als dem 3. Inhaltsgebiet der Peace Education Standing Commission/PESC von
Religions for Peace (neben 1: Religiöser und interreligiöser Erziehung und 2: Erziehung zu gewaltfreier Kommunikation und Konfliktlösung) – aus kleinen Anfängen heraus zu einer prinzipiellen Aufgabenstellung geführt hat, der sich die Religionsgemeinschaften stellen müssen – im Angesicht der drohenden Klima-Katastrophe -, und zwar unter bewusster Aktualisierung ihrer je spezifischen spirituellen Grundlagen. Er gibt eine weit gespannte Übersicht über die Initiativen in diesem Feld und zeigt beispielhaft an der International Interfaith Investment Group (3iG), wie Menschen aus verschiedenen Kultur- und Religionsräumen gemeinsam aus den Quellen der heiligen Schriften lernen können, ohne ihre Eigenprägung zu verleugnen. Ländliche Entwicklung sowie Schule und Ausbildung sind dabei „Baustellen“, für die der „lange Atem“ religiös geprägter Menschen die notwendige Stütze sein kann

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Zovkic, Mato: Relations between Christians and Muslims in Bosnia-Herzeovina on the eve of new general elections

I would like to draw attention to some delicate problems of religious identity and national loyalty from the point of view of religious and ethnic communities in our country of Bosnia-Herzegovina. Religious identity surpasses the boundaries of an ethnic group or country, but in this region, where Catholicism, Orthodoxy, Islam and Judaism have been meeting for centuries, ethnic and religious identity mostly coincide.

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